Main Echo: »Bauhof soll in frühere Krombacher Kleiderfabrik«

Main Echo: »Bauhof soll in frühere Krombacher Kleiderfabrik«

Geschrieben am 05.03.2020


Gemeinderat: Nach jahrelangem Ringen gibt es nun eine konkrete Idee für Immobilie in der Krombacher Holzgasse.

Rund vier Jah­re nach dem Kauf der ehe­ma­li­gen Klei­der­fa­brik in der Krom­ba­cher Holz­gas­se sei­tens der Ge­mein­de gibt es nun ei­nen kon­k­re­ten Nut­zungs­vor­schlag. Bür­ger­meis­ter Pe­ter Seitz (UB) stell­te am Di­ens­ta­g­a­bend im Ge­mein­de­rat Plä­ne vor, um das Ge­bäu­de als Werk­statt und Klein­tei­le­la­ger für den Bau­hof um­zu­bau­en. Ob und unter welchen Auflagen der Bauhof in die frühere Kleiderfabrik einziehen könnte, soll nun die Voranfrage an das Landratsamt klären. Um ein Lärmgutachten werde man wohl nicht herumkommen, sagte Seitz. Die Holzgasse ist planungsrechtlich ein Mischgebiet. Eine Diskussion gab es nicht, da das Thema in der Februarsitzung im Gemeinderat nicht-öffentlich vorbesprochen worden war.

Seit Jahren Brache

Die ehemalige Kleiderfabrik liegt seit Jahren brach. Das Gebäude war 2012 im Fokus gestanden, als der Eigentümer die Immobilie und das dazugehörige Wohnhaus der Regierung von Unterfranken angeboten hatte, die dort eine Gemeinschaftsunterkunft für 62 Flüchtlinge plante. Im Ort regte sich Widerstand: Viele fanden das Projekt zu groß für den kleinen Ort. Letztlich kam es nicht zur Umsetzung. In der Bürgerinitiative hatte sich Peter Seitz als Sprecher engagiert, der 2014 zum Bürgermeister gewählt wurde.

Anfang 2016 war bekannt geworden, dass die Gemeinde das Gebäude gekauft hatte. Ein Gutachten hatte zuvor die »gute Substanz« des Baukörpers bestätigt, wie Seitz sagte. Der Kaufpreis lag dem Vernehmen nach bei rund 200.000 Euro. Kurzfristig sollten dort Flüchtlinge untergebracht werden und mittelfristig ein Seniorenwohnprojekt entstehen, für das eine Sozialgenossenschaft gegründet werden sollte.

Seitdem habe es verschiedene Anfragen privater und gewerblicher Kaufinteressenten gegeben, sagte Seitz am Dienstagabend. Darunter sei ein Familienhilfswerk gewesen, das ein Kinderdorfhaus für neun Kinder plante, sich letztlich aber dagegen entschied.

Zuletzt habe ein Investor bereit gestanden, der ambulant betreute Wohnungen in der früheren Kleiderfabrik realisieren wollte. Auch ein Betreiber sei gefunden gewesen, sagte Seitz. »Das Problem war, das die Grundfläche nicht gereicht habe.« 1200 Quadratmeter stehen zur Verfügung, 2000 Quadratmeter hätten es für den Investor mindestens sein müssen. Laut Seitz blieben Bemühungen erfolglos, diese zusätzliche Fläche zu kaufen.    

250.000 Euro für Umbau

Aus diesem Grund kommt nun die Variante mit dem Bauhof zum Tragen. Dieser ist bislang an der Krombachhalle untergebracht, wo es jedoch unter anderem Platzprobleme gibt. »Das Gebäude ist hervorragend als Werkstatt und Kleinteilelager geeignet. Unter dem Dach lassen sich problemlos Büro und Sozialräume unterbringen«, sagte Seitz, der die Umbaukosten auf 250.000 Euro bezifferte. Das Außenlager soll weiterhin am Recyclinghof bleiben. Im Keller der Kleiderfabrik könnte ein Lagerraum für die Ortsvereine eingerichtet werden.

Während im Innenraum abgesehen von neuen Fenstern laut Seitz wenig zu verändern ist, muss für die Zufahrt das Nebengebäude abgerissen werden. Dort soll nach den vorläufigen Plänen eine Rampe entstehen, die eine direkte Zufahrt zum Gebäude ermöglicht. Er verwies auf das Beispiel Kleinkahl, wo der Bauhof auch nah an der Bebauung ist. Aus diesem Grund mussten dort laut Seitz Tore eingebaut werden, die automatisch wieder schließen.

Auch wenn es nur die B-Lösung ist, die in der Holzgasse nun umgesetzt werden könnte, betonte der Bürgermeister die Vorteile. Vergleiche man den Gebäudekauf und Umbau (rund 450.000 Euro) mit einem Neubau wie zum Beispiel in Blankenbach (rund 670.000 Euro), komme man günstiger weg und könne den Bauhof-Mitarbeitern endlich eine adäquate Umgebung bieten.

CAROLINE WADENKA