Main Echo: »Krombachs Krippe ist zu klein«

Main Echo: »Krombachs Krippe ist zu klein«

Geschrieben am 29.02.2020


Betreuung: Nach gerade einmal sechs Jahren ist ein Anbau nötig - Gemeinde plant Gespräch mit Bistum.

Seit dem Frühjahr 2014 und damit gerade einmal seit sechs Jahren ist die Kinderkrippe neben dem Krombacher Kindergarten geöffnet. Der Bau ist an der Stelle entstanden, wo früher das alte Schwesternhaus war. Knapp 900 000 Euro sind in den Bau geflossen, in dem Kinder zwischen sechs Monaten und zweieinhalb Jahren betreut werden. Die Kinderkrippe ist mit dem Kindergarten verbunden. Der Krombacher Kindergarten und die Kinderkrippe werden von der katholischen Kirchenstiftung getragen, die von der Kirchenverwaltung vertreten wird (für Baufragen ist Josef Nees zuständig, für den Kindergarten Egon Pichl).

Schleppender Anlauf

Anfangs wurde die Kinderkrippe nur zurückhaltend von den Krombacher Eltern angenommen. Als das Main-Echo im Juni 2014 die Einrichtung besuchte, kümmerte sich Erzieherin Carmen Dedio um gerade einmal zwei Krippenkinder. »Nach einem halben Jahr war gerade einmal die Hälfte der Krippen-Plätze besetzt«, erinnert sich Uschi Reifenberger. Die Eröffnung mitten im Kindergartenjahr 2014 galt als einer der Gründe für den schleppenden Anlauf.
Doch das hat sich verändert. »Gerade müssen Kinder abgewiesen werden, weil der Platz nicht reicht«, sagt etwa Bürgermeister Peter Seitz (UB). Seit wann ist die Krippe zu klein für die Nachfrage? »So extrem ist es jetzt seit diesem Kindergartenjahr«, berichtet Reifenberger.

Gesellschaftlicher Trend

Seitz sagt, dass die Krombacher Eltern einem gesellschaftlichen Trend zum frühen Wiedereinstieg in den Job nach der Kinderpause folgten. Ebenfalls beigetragen zur hohen Nachfrage hat der sogenannte Einschulungskorridor: Eltern in Bayern, deren Kinder zwischen 1. Juli und 30. September geboren wurden, konnten 2019 erstmals selbst entscheiden, ob ihr Kind eingeschult wird oder nicht. Die Folge: Viele Kindergärten im Freistaat sahen sich plötzlich mit mehr Kindern konfrontiert, die ein weiteres Jahr im Kindergarten blieben. Auch in Krombach sei der Kindergarten so voll gewesen, dass Krippenkinder nicht in den Kindergarten wechseln konnten, sagt Reifenberger.

40 Kleinkinder kommen in Frage

Für Bürgermeister Seitz ist klar, dass angebaut werden muss, um mehr Plätze in der Krippe zu schaffen - zumal auch für die Schülerbetreuung Platz gebraucht wird. Für die Krippe stellt er folgende Bedarfsanalyse an: Durchschnittlich 40 Kleinkinder in Krombach kämen für die Krippenbetreuung in Frage, strebe man eine Versorgungsquote von 80 Prozent an, brauche man 32 Plätze - und damit 20 mehr als derzeit. Die Bürgerliste, deren Kandidat Seitz am 15. März bei der Kommunalwahl ist, hat sich den Krippenanbau als ein Ziel auf die Fahnen geschrieben.
Dazu soll demnächst ein Gespräch mit Vertretern der Kirche stattfinden, wie Seitz sagt. Roland Gerhart, Verwaltungsleiter in der Pfarreiengemeinschaft Christus Immanuel, zu der Krombach gehört, bestätigt das. Dass ein Bedarf besteht, darüber herrsche Einigkeit. Platz zum Bauen sei auf dem Grundstück der Kirchenstiftung grundsätzlich vorhanden. »Wie wir es lösen, das müssen wir sehen«, sagte Gerhart.

Den Gemeinderat will Seitz bereits am Dienstag, 3. März, in der Sitzung über den Betreuungsengpass informieren.
Sitzung des Gemeinderats: Dienstag, 3. März, 19.30 Uhr, im Rathaus (Schulberg 6)

CAROLINE WADENKA