Main Echo: "In Krombach gibt es seit einigen Jahren einen Literaturkreis - Regelmäßige Treffen"

Geschrieben am 16.04.2026


Was ve­r­eint Bücher wie "Ma­da­me Bo­va­ry" (Gu­s­ta­ve Flau­bert), "Ein Mann na­mens Ove" (Fre­drik Back­man) und "Dra­chen­läu­fer" (Kha­led Hos­s­ei­ni) mit­ein­an­der? Sie stan­den, wie un­zäh­l­i­ge wei­te­re Klas­si­ker der Li­te­ra­tur und ak­tu­el­le Bücher, in den zu­rück­lie­gen­den acht Jah­ren im Mit­tel­punkt des Li­te­ra­tur­k­rei­ses Krom­bach.

Der Literaturkreis zählt derzeit zehn Leserinnen aus Krombach und Schöllkrippen, die keinerlei Scheu kennen, sich auch mal "schwerem Stoff" zu widmen. "Das ist gut für die Gehirnzellen", sagt Leiterin Edeltraud Glaab im Gespräch mit unserem Medienhaus. "Romane sind zu leicht und zu einfach", ergänzt Petra Kern, während Mitinitiatorin Ursula Hohaus bestätigt: "Schwere Literatur fordert einen, leichte Literatur vergisst man schneller." Ein weiterer Grund: Alle beschließen, welches Buch gelesen wird. Sowohl jeder für sich, als auch gemeinsam bei den regelmäßigen Treffen; meist am jeweils vierten Donnerstag eines Monats um 19 Uhr im Krombacher Mehrgenerationentreff (gegenüber Rathaus und alter Schule).

"Wir lesen langsam und abschnittsweise", erklärt Gabi Demel, die, wie Lieselotte Parr, von Anfang an dabei ist. "Und dann sprechen wir darüber, denn jeder hat einen anderen Blick auf das Buch", so Hohaus weiter. Gudrun Skog, die ebenfalls von Anfang an dazu gehört und privat mehr auf Krimis und Biografien setzt, schiebt nach: "Man liest dadurch Bücher, die man sonst nicht lesen würde." Dadurch haben sie auch das "Literarische Schreibtischjournal" für sich entdeckt, bei dem laut Glaab die Herausgeberin Karin Lotz vom Verlag "edition federleicht" darauf achtet, dass die darin veröffentlichten Kurzgeschichten Tiefgang haben.

Die Technik im Mehrgenerationentreff macht's zudem möglich, dass auch mal eine Dokumentation über den Bildschirm flimmert; wie etwa über John Steinbeck, dessen Buch "Früchte des Zorns" im vergangenen Jahr gelesen wurde. Es gibt gemeinsame Kinobesuche, wenn etwa Filme wie "In der Lücke" (Regie Simon Verhoeven, Buchvorlage Joachim Meyerhoff) laufen. Und wenn am 14. November die sechste Aschaffenburger Buchmesse startet, wird der Literaturkreis Krombach ebenfalls unter den Besuchern sein.

Los ging alles im Jahr 2018. Damals hatten Ursula Hohaus, ehemalige Vorsitzende des Dekanats Aschaffenburg Bereich Alzenau/Kahlgrund, und deren ehemalige Stellvertreterin Marita Jordan die Idee, über das Seniorenforum 55plus einen Literaturkreis zu gründen. Als Leiterin gewannen sie Edeltraud Glaab, die selbst unter anderem Erzählungen und Gedichte geschrieben hat. Die ersten Treffen fanden seinerzeit im Sackhaus in Schöllkrippen oder bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern (laut Glaab waren früher auch mal Männer dabei) zu Hause statt. Seit dessen Eröffnung im Jahr 2019 treffen sie sich regelmäßig im Mehrgenerationenhaus in Krombach. Übrigens: "Interessierte sind immer herzlich willkommen. Einfach mal vorbeischauen", so Glaab abschließend.